Die Biathlon-Saison von Janne Schnabel begann bereits im Herbst mit einem Paukenschlag. Beim ersten Skiroller-Wettkampf des Deutschlandpokals in Altenberg im Oktober lief er direkt auf den 3. Platz und setzte damit ein frühes Ausrufezeichen für den kommenden Winter.
Ein Winter der Beständigkeit
Der Einstieg in die Schneesaison erfolgte im Dezember am Arber. Obwohl Janne im Vorfeld mit einer Krankheitsphase zu kämpfen hatte, biss er sich durch und erreichte beim ersten Deutschlandpokal auf Ski einen hervorragenden 5. (oder 4.) Platz. Diese Form zog sich wie ein roter Faden durch die gesamte Saison: Mit Ausnahme der Rennen in Oberwiesenthal landete Janne bei jedem einzelnen Deutschlandpokal-Wettkampf unter den Top 6. Dies bedeutete nicht nur wertvolle Punkte, sondern auch die regelmäßige Teilnahme an der feierlichen Flower Ceremony.
Ein weiteres internationales Ausrufezeichen setzte er im Januar beim Alpen-Cup in Hochfilzen, der gleichzeitig für den Deutschlandpokal gewertet wurde. Dort sicherte er sich mit einem 2. Platz erneut ein Endergebnis auf dem Podium.
Rückschlag beim Heimspiel und starkes Finish
Besonders bitter verlief das Wochenende am Notschrei. Beim prestigeträchtigen Heimwettkampf war Janne zwar angereist und nahm noch am Anschießen und Einlaufen teil, musste dann jedoch aufgrund von Halsschmerzen und einsetzender Krankheit vernunfthalber passen. In Absprache mit seinem Trainer entschied er sich gegen einen Start, um seine Gesundheit nicht zu gefährden, und verpasste so leider sowohl das Einzelrennen als auch den Sprint vor heimischer Kulisse.
In Oberwiesenthal folgte das einzige Wochenende, an dem er die Top-6-Ränge knapp verpasste, sich aber mit den Plätzen 7 und 10 dennoch stabil unter den besten Zehn Deutschlands behauptete.
Das furiose Finale in Ruhpolding
Zum Saisonabschluss in Ruhpolding zeigte Janne noch einmal sein ganzes Können. Im Massenstart schrammte er nur hauchdünn am Podest vorbei: Mit nur einem Schießfehler weniger wäre das Treppchen sicher gewesen, so wurde es ein sehr guter 4. Platz.
Das absolute emotionale Highlight war jedoch das Staffelrennen. Initiiert durch die Biathlon-Legenden Erik Lesser, Arnd Peiffer und Simon Schempp, durften die Nachwuchsathleten des SBW in gemischten Staffeln gegen die ehemaligen Olympiasieger antreten. Janne lief in der Männer-Staffel zusammen mit Linus Kespar und Tim Nechwatal, die beide sechs Jahre älter sind als er.
Als Schlussläufer übernahm Janne das Rennen auf Rang 1 und lieferte sich ein Duell mit dem Schlussläufer der Legenden-Staffel, Simon Schempp. Nach einem fehlerfreien Liegendanschlag behauptete Janne die Führung. Im stehenden Anschlag flatterten die Nerven etwas – eine „Nähmaschine“ am Schießstand und zwei Strafrunden waren die Folge. Doch Janne bewies Kämpferherz: Er hielt den 2. Platz für seine Staffel fest und kam schließlich deutlich vor Simon Schempp ins Ziel. In Anlehnung an einen Bericht der Ulmer Journalistin Ute wird er seitdem scherzhaft als „Olympiasieger-Besieger“ gefeiert.
Fazit und Ausblick
Mit einem starken 5. Platz in der Gesamtwertung hat Janne sein großes Saisonziel erreicht. Er ist sichtlich glücklich über die erreichte Konstanz. Dieser Erfolg sichert ihm den notwendigen Kaderstatus, um ab dem Sommer auf das Skiinternat in Furtwangen zu wechseln – eine Grundvoraussetzung, die Trainer Steffen Hauswald (Top-6-Platzierung) zu Beginn der Saison gefordert hatte. Damit ist der Weg für seine weitere sportliche Entwicklung geebnet.
Wir als Ski-Club sind unglaublich stolz auf Janne und diese herausragenden Leistungen. Es ist inspirierend zu sehen, mit welcher Disziplin und Leidenschaft er seine Ziele verfolgt. Wir freuen uns darauf, ihn auch auf seinem weiteren Weg im Skiinternat bestmöglich zu begleiten und zu unterstützen.
Euer Ski-Club St. Märgen